Klimaschutz geht vor

In der Großen Brauhausstraße, hinter dem Ritterhaus, sollen im Rahmen eines größeren Bauvorhabens 140 Wohnungen und 10 Gewerbeeinheiten entstehen. Im Januar 2017 wurde ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst. Nun liegt ein Entwurf vor, der öffentlich ausgelegt werden soll. Für diesen Entwurf sehen wir noch an mindestens zwei Punkten Änderungsbedarf und haben deshalb einen Änderungsantrag gestellt. Zum einen wollen wir verhindern, dass drei Winterlinden gefällt werden, die am Rande des Baugebietes stehen und gesund sind. Die Bäume sind durch die städtische Baumschutzsatzung geschützt, sollen aber dennoch mit Genehmigung der Stadtverwaltung gefällt werden. Wir denken, dass sich das Gebäude auch so planen und bauen lässt, dass eine Fällung vermieden werden kann und die Bäume weiterhin einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas leisten können. Laut einer Untersuchung zum Stadtklima, die im Rahmen der Überarbeitung des Flächennutzungsplanes erstellt wurde, besteht besonders in der Altstadt ein sehr hoher Handlungsbedarf. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch das vor kurzem erst beschlossene Grün- und Freiraumkonzept. Hier wird zudem darauf verwiesen, dass es nur noch wenig Raum für zusätzliche Begrünung gibt. Deswegen sollten wir vorhandenes Grün erhalten. Ein zweiter Punkt betrifft die Pkw-Stellplätze, die im Innenhof des geplanten Gebäudekomplexes vorgesehen sind. Hier plädieren wir für einen Verzicht auf diese Parkplätze, da auch hier eine Begrünung wichtiger ist. Mit dem Neubau werden auch Tiefgaragen errichtet. Die damit zur Verfügung stehenden Stellplätze müssen ausreichen. Hier sollten aus unserer Sicht Klimaschutz und Klimaanpassung Vorrang vor Komfort haben. Ein begrünter und autofreier Innenhof als Rückzugsund Ruheort trägt wesentlich zur Attraktivität der Wohnlage bei und sollte im Interesse des Investors, wie auch der zukünftigen Bewohner sein.

Dass die von uns geforderten Anpassungen Investor*innen nicht zwingend abschrecken müssen, zeigt das positive Beispiel beim Bauvorhaben zwischen Mansfelder Straße und Tuchrähmen. Hier hat die von uns angestoßene Intervention dazu geführt, dass die Pläne umgearbeitet wurden und eine 150 Jahre alte Kastanie erhalten werden konnte. Ähnliches ist auch hier notwendig und möglich.


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