

Begründung:
Die Sozialberatung und der Tagesaufenthalt „Wärmestube“ der Evangelischen Stadtmission
Halle e.V. leistet als Erstanlaufstelle einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung wohnungsund obdachloser Menschen in Halle (Saale). Zugleich bestehen konkrete konzeptionelle
Weiterentwicklungsbedarfe. Dazu gehören insbesondere eine verlässlichere Abstimmung
der Kälte- und Hitzehilfen, besser koordinierte Öffnungszeiten der unterschiedlichen
Einrichtungen, die Schließung möglicher Versorgungslücken sowie eine transparentere
Kommunikation der vorhandenen Angebote.
Eine sichere und menschenwürdige Aufenthaltsmöglichkeit sollte grundsätzlich auch dann
erreichbar sein, wenn die städtische Notunterbringung geschlossen ist. Dabei müssen auch
Menschen berücksichtigt werden, die bestehende Angebote im Einzelfall nicht nutzen
können. Regelmäßige gemeinsame Auswertungen, Analysen und Handlungsableitungen,
trägerübergreifende Fallberatungen und eine klare Koordination können dazu beitragen,
vorhandene Ressourcen zielgerichteter einzusetzen und besonders komplexe Notlagen
besser zu bearbeiten.
Es wird zudem deutlich, dass die Arbeit der Wärmestube in erheblichem Umfang von
ehrenamtlichem Engagement getragen wird. Ein Teil der Engagierten verfügt selbst nur über
geringe finanzielle Mittel. Dennoch können entstehende Aufwendungen, etwa für
Fahrtkosten oder Arbeitskleidung, bislang nicht in jedem Fall erstattet werden. Dadurch darf
ehrenamtliches Engagement nicht zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung werden.
Mit der Richtlinie zur Förderung und Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements, dem
Engagement-Beirat, der Freiwilligen-Agentur und der Ehrenamtskarte bestehen in Halle
bereits verschiedene Instrumente zur Unterstützung und Anerkennung freiwilligen
Engagements. Zu prüfen ist daher zunächst, wie diese Angebote für die Ehrenamtlichen in
der Wärmestube besser genutzt und gegebenenfalls zielgerichtet ergänzt werden können.
Neben einer unmittelbaren Aufwandsentschädigung kommen hierfür auch Kooperationen,
Mobilitätsangebote und externe Finanzierungsquellen in Betracht.
Auch die längerfristige Finanzierung der Sozialberatung und der Wärmestube als
Erstanlaufstelle bedarf einer belastbaren Betrachtung. Eine verlässliche Förderung schafft
Planungssicherheit für den Träger und trägt dazu bei, ein kontinuierliches Hilfeangebot zu
gewährleisten. Gleichzeitig befindet sich die Stadt Halle (Saale) in einer äußerst
angespannten Haushaltslage und ist zu weiteren wirksamen Konsolidierungsschritten
verpflichtet. Der Antrag sieht daher keine unmittelbare Ausweitung freiwilliger kommunaler
Leistungen vor, sondern verlangt eine transparente Prüfung der Bedarfe, Kosten und
Finanzierungsmöglichkeiten.
Vorrangig sollen bestehende Strukturen besser genutzt, Doppelstrukturen vermieden und
Fördermittel, Kooperationen sowie weitere Drittmittel erschlossen werden. Auf dieser
Grundlage kann der Stadtrat anschließend entscheiden, welche organisatorischen und
finanziellen Maßnahmen geeignet, wirksam und für die Stadt dauerhaft tragfähig sind.
